|
Bericht aus der
Praxis eines Übungsleiters

Schwimmen
als
Volkssport . . .

Die
rasante Entwicklung einer Sportart vom Nullpunkt bis zu einer der
beliebtesten Sportbeschäftigungen unserer Zeit spiegelt sich
auch in der
Geschichte unseres Vereins wider. Mit einem wöchentlichen
unverbindlichen
Training im Rhein-Herne-Kanal begann die sportliche
Betätigung, mit dem Bau des
Sommerbades und vor allem des Neptunbades wurden die
Übungsstunden bereits
zahlreicher, das Training geordneter.
Der
Durchbruch von einer bloßen
Schön-Wetter-Beschäftigung zur
anerkannten Sportart gelang in Herne erst mit dem Bau von Hallenbad und
Lehrschwimmbecken. Die Möglichkeiten des SVN wuchsen
schlagartig, so dass heute
mehr als 900 Kinder und Jugendliche in wöchentlich ca. 20
Übungsstunden von
einer großen Anzahl speziell ausgebildeter
Übungsleiter betreut werden können.
Die Aufgaben, denen sich diese Betreuer gegenübersehen, sind
sehr vielfältiger
Natur. Ein Laie – und sicher wird der
größte Teil der Leser noch nie in den
Trainingsbetrieb näher
„hineingeschnuppert“ haben – erkennt kaum
die
auftauchenden Schwierigkeiten, die sich insbesondere aus der
Verschiedenartigkeit der Aufgabenbereiche ergeben.
Der
5jährige ängstliche Nichtschwimmer muss anders
behandelt werden als
der energiegeladene 10jährige, dieser bedarf wieder anderer
Betreuung als der
intensiv trainierende Wettkampfschwimmer. In allen Altersstufen
erfährt das
Schwimmen für die Aktiven eine andere Stellung in ihrem Leben,
auf die der
Übungsleiter im Aufbau des Trainings und im
persönlichen Verhältnis zum
Schwimmer Rücksicht nehmen muss, denn um die Freude aller
Kinder bei der
Begegnung mit dem Wasser zu erhalten, bedarf es mehr als
bloßes
Zur-Verfügung-Stellen eines Beckens. Ein kurzer Bericht soll
die Arbeit der
Übungsleiter im SVN veranschaulichen, gleichzeitig das
umfangreiche
Trainingsangebot anreißen und den Weg der unzähligen
Sportler nachzeichnen, die
heute vom Nichtschwimmer bis zum Wettkampfschwimmer gefördert
werden.
Wasser
ist
nicht nur zum Waschen da
Die
erste Begegnung mit dem Schwimmverein erfahren die meisten Kinder
in einem der drei Lehrschwimmbecken. Hier sind insgesamt 7
Übungsleiter tätig,
die sich die Nichtschwimmerausbildung zur Aufgabe gemacht haben, ein
Unterfangen, das nicht selten Kopfschmerzen bereitet, aber meist nach
teilweise
bewundernswerter Geduld mit absoluter Zufriedenheit aller Seiten
endet.
Hier
ein Tipp für alle Eltern: Je jünger die Kinder sind,
desto
leichter werden sie sich an die ungewohnten Verhältnisse
gewöhnen. 12jährige,
die zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Wasser machen, legen eine
gewisse
Angst häufig auch später nie ganz ab. Angst - oder
zumindest erschreckte
Ratlosigkeit, das ist nicht selten die erste Reaktion von
Anfängern.
Flüssigkeit des Wassers, Wasserdruck oder Auftrieb sind oft
völlig neue
Erscheinungsformen für die Kleinen. Eine vorsichtige
Gewöhnung an das nasse
Element ist die Hauptaufgabe des Übungsleiters. Dieses
geschieht meistens für
die Kinder unbewusst, ohne dass sie dabei widerstrebende
Gefühle empfinden,
indem ihnen reizvolle Spiele, interessante Aufgaben (Wasserschlachten)
und
kleine Wettkämpfe gestellt werden. In ihrem Spieleifer werden
sie nicht selten
ihre ursprüngliche Angst vor dem nassen Element
verdrängen. Noch eines erfahren
die Kinder in den Spielen unbewusst, das Wasser setzt ihnen einen
gewissen
Widerstand und Auftrieb entgegen. Daran schließt sich der
erste Tauchversuch
an, dies bereitet den Kleinen die größten Freuden,
aber auch teilweise
Schwierigkeiten, da sie hier zum ersten Mal die bis dahin sie
schützende
Lufthülle verlassen und sich ganz dem nassen Element
anvertrauen müssen. Diese
Angst schwindet aber, sobald sie gelernt haben, auch unter der
Wasseroberfläche
die Augen offen zu lassen, um ihre Umgebung unter Wasser zu erkunden.
Dies
erreicht der Übungsleiter durch Einführung neuer
Spiele, diesmal unter Wasser
(Zahlen zeigen, Gesichter zeigen, Aufsammeln von Ringen).
Bis
zu diesem Zeitpunkt wurde bei allen Übungen die Luft
angehalten,
aber auch dieser Reflex muss überspielt werden. Die
Anfänger blasen Löcher ins
Wasser oder spielen „Sprudel“. Damit ist bereits
der 1. Schritt in diese
Richtung getan. Nun folgt der Sprung ins Wasser (Fußsprung),
eine Mutprüfung,
bei der die Neulinge unbewusst an Sicherheit im Wasser gewinnen. Bei
all diesen
Übungen hat sich der Auftrieb (bedingt durch das spezifische
Gewicht des
menschlichen Körpers) als hinderlich bemerkbar gemacht. Nun
soll dieses
Erlebnis den Kindern bewusst gemacht werden. Wir wollen uns dies zu
Nutze
machen, um möglichst dicht an der Wasseroberfläche zu
bleiben. Durch Festhalten
an der Überlaufrinne gelingt es recht gut, die
Füße vom Boden zu lösen, und die
Kinder erleben zum ersten Mal, dass sie im Wasser schweben. Wasser hat
endgültig seine feindliche Stellung verloren und ist zu einem
entdeckungswürdigen
Element geworden. Der Zeitpunkt ist nun gekommen, da die Nichtschwimmer
die
erste Ausbildungsgruppe verlassen, um in der zweiten weitere
Fortschritte zu
machen.

Vom
Planscher
zum Gleiter
Hier
wird vom Stand- auf Bewegungstraining umgestellt, das heißt,
es
werden Aufgaben verlangt, die in der Bewegung ausgeführt
werden. Durch das
Schweben am Beckenrand haben die Kinder festgestellt, dass es
möglich ist, an
der Wasseroberfläche zu bleiben, diese Fertigkeit wird weiter
entwickelt, bis die
Kleinen – entfernt vom Beckenrand – mehrere Meter
an der Wasseroberfläche
gleiten können. Ist dieses Gleiten gefestigt, so dass es fast
automatisch vor
sich geht, werden zum ersten Mal die einzelnen Schwimmbewegungen
eingeübt, und
zwar beginnen wir hier zweckmäßigerweise mit dem
Beinschlag. Geübt werden die
Beinschlagformen der vier Schwimmarten in einer Grobform. Sind z.B.
durch
Strampeln und Grätschen die ersten Grundbegriffe hierin
vermittelt worden,
werden die einzelnen Armbewegungen geprobt. Die
Bewegungsabläufe werden in der
Hocke- bzw. auch in der Schrittstellung oder schon im Gehen
durchgeführt, damit
auch der Anfänger das Gefühl erhält, durch
seine Armbewegungen einen Vortrieb
zu erhalten.
Durch
ständiges Üben werden die einzelnen Bewegungen
gefestigt und zur
Gesamtlage koordiniert. Ist hierbei ein Grad der Festigung eingetreten,
so dass
der Gesamtablauf schon teilweise motorisch (unbewusst)
ausgeführt wird, kommt
eine weitere Schwierigkeit auf die Kleinen zu. Bisher wurden alle
Übungen ohne
Atmung und nur, solange der Luftvorrat reicht, ausgeführt. Um
längere Strecken
schwimmen zu können, ist man gezwungen, bei den einzelnen
Schwimmbewegungen
Luft ein- und auszuatmen. Wir müssen dabei wieder auf eine
schon vorher geübte
Form zurückgreifen und diese in den Gesamtbewegungsablauf
einbauen, ohne dass
darunter die Flüssigkeit der Bewegung über
längere Strecken leidet.Haben die
Kinder auch diese Hürde überwunden, gilt es nur noch,
das Erlernte zu festigen.
Damit verlassen die Kleinen das Lehrschwimmbecken. Ihr neues
Betätigungsfeld
wird das Hallenbad sein.
Es
geht auch
ohne festen Standpunkt
Hier
trifft der sogenannte Halbschwimmer zum ersten Mal ein Becken an,
in dem er größtenteils nicht mehr den sicheren Boden
des Lehrschwimmbeckens
unter seinen Füßen spürt. Aber auch die
neuerlich auftretende Angst, diesmal
vor der ungewohnten Tiefe, wird gemeistert. Vertrauen zum
Übungsleiter, der
Erfolg anderer Kameraden spornt an und hilft, auch diese Schwierigkeit
zu
überwinden. Mit dem Schwimmring, Brett oder der Angel ist die
Sicherheit auch
in der Tiefe bald wieder gewonnen. Die Arbeit geht weiter.
An
erster Stelle steht das selbständige Hineinspringen ins Wasser
und
das Erlernen des Kopfsprungs, der dann perfektioniert wird bis zum
Startsprung.
Nach dem Hinein ins Wasser, beginnt man die Schwimmlage weiter zu
festigen und
zu vervollkommnen. Die Ausdauer steht im Vordergrund der
Bemühungen. Krönender
Abschluß in dieser Gruppe ist das Freischwimmerabzeichen, ein
sichtbarer
Erfolgsbeweis der zahlreichen Bemühungen.
Hin
und her . .
.
Nun beginnt langsam das
methodische Training, hier wird zum ersten Mal
im Kettenschwimmen mehr als eine Bahn zurückgelegt, wobei noch
besonderer Wert
auf das Stiltraining gelegt wird. Also werden Arm- und Beinbewegung
einzeln
geübt und über mehrere Bahnen geschwommen. Eine der
wichtigsten Teilübungen ist
jeweils das Ausatmen ins Wasser während des Bewegungsablaufes.
Erste
Erfahrungen mit dem Wettkampfstil werden gesammelt. Da die
Fortgeschrittenen
jetzt mehrere Bahnen hintereinander schwimmen, vermittelt der
Übungsleiter
natürlich auch die Grundbegriffe darüber, wie man
sich am zweckmäßigsten an der
Wand dreht, um wieder in die neue Schwimmrichtung zu gelangen.
Aus
dieser Gruppe schälen sich die Kinder heraus, die dem Training
besonders viel Interesse entgegenbringen und auch körperliche
Anstrengungen auf
sich nehmen wollen. Diese werden dann in der Talentgruppe
zusammengefasst.
Auf
dem Weg zur
Spitze
Für
diese Gruppe von 10- bis 12jährigen, die bereits mindestens
zweimal
wöchentlich trainieren, gibt es bereits ein festes Ziel:
Wettkampfsport.
Entsprechend dieser Zielsetzung ist das Training aufgebaut. Neben den
bisher
praktizierten methodischen Lagenverbesserungen richtet sich nun die
Aufmerksamkeit mehr auf das Schnelligkeitstraining. Wie bei den
„Großen“ wird
daher bereits teilweise nach der Intervall-Methode trainiert, einer
Methode,
die heutzutage im schwimmerischen Leistungssport unumstritten die
einzige
erfolgversprechende Trainingsform ist.
Was
bedeutet „Intervall“ überhaupt? Sicher
haben manche Leser den
Begriff schon gehört, aber was bedeutet er? Nun, der Schwimmer
legt nicht eine
lange Strecke wie im Stiltraining ununterbrochen zurück,
sondern schwimmt eine
bestimmte Anzahl von bestimmten Spurts, zwischen denen jeweils eine
ganz
bestimmte Erholungszeit, eine Pause oder Intervall, liegt. Bei dieser
Trainingsform werden die einzelnen Spurts mit wesentlich
höherer Intensität
geschwommen als beim Streckenschwimmen, zudem haben Trainer und
Schwimmer den
unschätzbaren Vorteil der ständigen
Leistungskontrolle durch die Stoppuhr.
Dieses
Training fordert die ersten Anstrengungen, bringt den Kleinen
aber auch neben dem Trainingsspaß erstmalig neue Erlebnisse.
Vereins-,
Stadtmeisterschaften, Clubkämpfe, kleine Reisen, die gesamte
Wettkampfatmosphäre bringt neue Reize. Die ersten Erfolge
stellen sich ein, und
zu Hause werden die Urkunden bereits gestapelt.
Jetzt
wird’s
„Ernst“.
Der
Sprung in die Wettkampfmannschaft vollzieht sich häufig recht
schnell. Wenn heute 14jährige bereits Weltrekorde schwimmen,
ist das der beste
Beweis dafür, dass schon die Jüngsten aufgrund ihres
besonders günstigen
spezifischen Gewichts im Schwimmsport hervorragende Leistungen erzielen
können.
Vorraussetzung hierfür ist ein gesteigertes Training. Hier
gibt es allerdings
gewisse Grenzen, die nicht überschritten werden
können. Zunächst steht dem
Verein nicht genügend Raum und Zeit zur Verfügung, um
ein allerhöchsten
Ansprüchen genügendes Training aufziehen zu
können, und zweitens können vor
allem jüngere Schwimmer auf ihre Freizeit nicht verzichten.
Der
SVN bemüht sich selbst, mit zahlreichen Veranstaltungen seinen
Mitgliedern mehr zu bieten als eine bloße
Trainingsgemeinschaft, die ehrliche
Freude aller im SVN im Sport und in der Gemeinschaft steht im
Vordergrund
sämtlicher Überlegungen. So auch bei der Entwicklung
des jährlichen
Trainingsplanes für die Wettkampfmannschaft. Am Anfang dieser
Planungen steht
das Gespräch mit dem Schwimmer, um sich gemeinsam am Ende der
Wettkampfperiode
über sein derzeitiges Leistungsvermögen und seine
Mängel ein Bild zu machen.
Neben
der individuellen Betreuung ist vor allem die terminliche
Gestaltung der bedeutendsten Wettkämpfe für den
Trainingsplan maßgebend, wobei
wir uns besonders nach den Bezirks- bzw. Stadtmeisterschaften richten.
Der
Trainingsaufbau wird im Allgemeinen in vier Abschnitte eingeteilt:
1.
Übergangsperiode,
2. Vorbereitungsperiode,
3.
Vorwettkampfperiode,
4.
Wettkampfperiode.
Übergangsperiode
In
dieser Phase des Jahres soll sich der Schwimmer nach einer harten
Trainings- und Wettkampfsaison entspannen. Großer Wert wird
auf eine nervliche
Erholung gelegt, die Muskelarbeit jedoch geht bei einer leichten
Belastung
weiter. Völlige Passivität würde hier die
Leistungskraft zu stark zurückwerfen.
Der Schwerpunkt liegt in der vielseitigen sportlichen
Betätigung. Waldläufe,
Tischtennis, Ballspiele, Krafttraining und Gymnastik stehen dann auf
dem
Programm. Aber auch technische Unterweisungen an Hand von Filmen und
anderem
Lehrstoff bringen interessante Abwechslung in das Training.
Vorbereitungsperiode
Die
Vorbereitungsperiode ist durch vielseitige und umfassende Auswahl
von Übungen an Land und im Wasser gekennzeichnet, die die
Aufgabe haben, die
technischen Fertigkeiten und die körperlichen Grundlagen zu
verbessern. In
diesem Zeitraum fallen allgemeine und Zweckgymnastik, Kraftzuwachs- und
Kraftausdauertraining sowie die Arbeit an Start- und
Wendenverbesserung.
Hanteln und Gummileinen sorgen dafür, dass die wettkampfarme
Zeit
abwechslungsreich überbrückt wird.
Vorwettkampfperiode
Dieser
Trainingsabschnitt wird nochmals in zwei Teile zerlegt. Im
ersten Teil steht noch die allgemeine körperliche Ausbildung,
Verbesserung von
technischen Mängeln, teilweise Gymnastik und häufiges
Streckenschwimmen in
allen vier Lagen auf dem Programm. Im zweiten Teil rückt die
spezielle
Leistungsfähigkeit in den Vordergrund. Dabei werden im
Vergleich zum ersten
Abschnitt die Trainingsmittel spezieller, die Belastung und die
Intensität des
Trainings werden bis zum Optimum gesteigert (z.B. werden die Pausen im
Intervalltraining auf das niedrigste Maß
gekürzt).

Wettkampfperiode
Nun
soll der Schwimmer seine beste Form erlangen, behalten und in
Wettkämpfen unter Beweis stellen. Bevorzugtes Trainingsmittel
ist die Arbeit an
der Schnelligkeit, z. T. Wettkämpfe oder
wettkampfähnliche Belastung. Kurze
intensive Spurts bestimmen das Training. Am Tag des Wettkampfs, vor dem
Start
ist dann der Schwimmer auf sich allein gestellt, jetzt zeigt es sich,
ob ein
Trainer seinem Schwimmer genügend Rüstzeug mitgegeben
hat, damit er sich in
dieser Probe bewähren kann.
Diese
vier Abschnitte vermitteln auch dem Nichtexperten eine
Vorstellung, wie wir versuchen, durch Mischung der Trainingsmethoden
und Mittel
in den verschiedenen Perioden sowohl körperliche
Leistungsfähigkeit des
einzelnen zu erzielen als auch über das ganze Jahr eine
interessante,
abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung zu bieten. Hier ein
typischer
Trainingstag des SV Neptun in der Vorwettkampfzeit (Trainingszeit ca.
90 min.):
400
m beliebige Lage
400
m Armzug
8
x 50 m Armzug mit 60 sec. Ruheintervall (Ri)
400
m Beinschlag
8
x 50 m Beinschlag mit 60 sec. Ri
400
m ganze Lage
8
x 50 m ganze Lage mit 60 sec. Ri
Dieses
Programm kann in allen vier Lagen geschwommen werden.
Wilhelm
Erdmann
Seitenanfang
Vereinsorganisation
Seit
1901 gibt es in Deutschland den Senioren-Wettkampfsport.
Aufzeichnungen, die das Altherrenschwimmen und Springen belegen, sind
noch aus
den Jahren 1901 – 1904 vorhanden. So war anlässlich
eines Wettkampfes des
Königsberger SC der Wettbewerb „Schwimmen
für korpulente Herren über 50 m mit
dem Mindestgewicht von 175 Pfund“ ausgeschrieben.
Wettkämpfe für Frauen gibt es
allerdings erst seit 1937.
Auch
der SVN hat seit gut zwanzig Jahren neben einer guten
Wettkampfmannschaft auch eine sehr erfolgreiche
Senioren-Wettkampf-Mannschaft,
die regelmäßig an den
Deutschen-Master-Meisterschaften teilnimmt. Einige
unserer Master-Senioren fuhren sogar zu den Europa-Meisterschaften nach
Prag
und zu den Weltmeisterschaften nach Casablanca.
Die
Motive, sich sportlich und wettkampfmäßig zu
betätigen, sind früher
wie heute die gleichen. Man wollte und will in der Sportart
weitermachen, die
einem in der Jugend großen Spaß gemacht hat. Wir
haben auch nicht den Ehrgeiz
vergessen der bei uns Menschen mehr oder weniger ausgeprägt
ist. Das Gefühl auf
dem Treppchen zu stehen und zu zeigen, was noch in einem steckt. Dieses
Gefühl
macht auch vor dem Alter nicht halt. Werner Rasch, ein Urgestein des
SVN, heute
85 Jahre jung, war schon 1932 Westdeutscher-Meister über 100 m
Kraul in 1:09,00
und wurde 1994 noch einmal Deutscher-Masters in Dortmund über
50 m Rücken in
der Altersklasse 80 und älter. Ab dem 20. Lebensjahr darf man
bei den
Senioren-Masters starten. Jetzt gehen dem Schwimmsport nicht mehr, wie
in den
früheren Jahren, die Schwimmer dieser Altersgruppe
verloren.
Sie
sind gut, unsere Masters!
Trainingsmöglichkeiten
sind reichlich vorhanden. Viele trainieren sogar
zeitweise in der Wettkampfmannschaft mit, um sich richtig in Form zu
bringen.
Im Herner Stadtbad fanden 1996 die Vorkämpfe für die
ersten Deutschen
Mannschaftsmeisterschaften der Senioren statt, an denen der SVN mit
einer
Mannschaft erfolgreich teilnahmen. Die Veranstaltung wurde vom SVN
ausgerichtet
und zur Zufriedenheit aller durchgeführt. Im
Jubiläumsjahr 1998 werden die
Bezirksmeisterschaften der Senioren am 3. Oktober im Herner Stadtbad
stattfinden und erneut ist der SVN der Ausrichter.
Karin
Bevtz
Seitenanfang
Sport
gilt zum Teil noch heute als Privileg der Jugend und es
verwundert daher nicht, dass ältere Menschen im Vereinssport
deutlich
unterrepräsentiert sind. Andererseits steigt in der
Gesellschaft das
Bewusstsein für die Bedeutung des Sports gerade im Hinblick
auf ältere
Menschen. Die neuesten medizinischen Untersuchungen beweisen, dass
gerade der
Sport in erheblichem Maße zu einer Verbesserung der
Lebensqualität dieser
Bevölkerungsgruppe beitragen kann.
Ausschlaggebend
für die Wahl der Sportart sind Förderung der
Gesundheit
, Wohlbefinden und Geselligkeit im Kreise von Gleichgesinnten.
Regelmäßige
körperliche und sportliche Betätigung führen
zu Funktionsverbesserungen von
Herz, Kreislauf, Lunge und des aktiven und passiven Bewegungsapparates
(Muskeln,
Bänder, Gelenke, Knochen). Eine vielseitige Verbesserung der
körperlichen
Fitness durch regelmäßiges Üben kommt auch
den verschiedenen Tätigkeiten im
Alltag zu gute.
So
benötigen wir z.B. Kraft für das Tragen von
Einkaufstaschen,
Ausdauer zum Treppensteigen und Beweglichkeit beim An- und Auskleiden.
Gerade
der SVN bietet für alle Senioren ein abwechslungsreiches
Programm in seinen
Vereinsstunden vom Gesundheitsschwimmen und Wassergymnastik, bis hin
zum
Wettkampfschwimmen.
Eine
breite Palette von Möglichkeiten an Sport, Spiel und Bewegung
in
der Gemeinschaft vermitteln Freude und Lebensmut. Schon seit Jahren
bemüht sich
der SVN intensiv um Integration von ausländischen
Mitbürgern in unserem Verein.
Dass der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz kommt, dafür
sorgen Ausflüge,
Karnevals- und Nikolausfeiern, Weihnachtsessen, Fahrradtouren und
andere
gesellschaftliche Veranstaltungen im Verein.
Und
hier noch einige Argumente, warum man sich dem SVN
anschließen
sollte: Sport hilft gegen Einsamkeit! Sport fördert
Selbständigkeit und
Verantwortungsgefühl! Sport sorgt für Wohlbefinden
und Ausgeglichenheit, Sport
verlangt Kooperation!
Das
Motto für
diesen Lebensabschnitt lautet: „Je oller, je
doller“!
Wilhelm
Erdmann
Seitenanfang
Eine
ungewöhnliche Anreise hatte die Wettkampfmannschaft des SV
Neptun
Herne zum 15. Waltroper Schwimmfest. Die Jugendleitung hatte den
Wettkampf als
Anlass genommen, eine Fahrradtour mit den Jungschwimmern zu
unternehmen. So
strampelten sich die Kinder schon vor Beginn der Veranstaltung warm.
Auch eine
Übernachtung in Zelten und ein Grillabend standen auf dem
Programm, was
natürlich bei allen Beteiligten für eine tolle
Stimmung sorgte und wesentlich
zu den guten Leistungen der Schwimmerinnen und Schwimmer
beitrug.
Dieses
ist nur eine der vielen Aktivitäten der Jugendabteilung des SV
Neptun Herne. Die Jugendabteilung plant in Zusammenarbeit mit den
Schwimmerinnen, Schwimmern, Trainern und den Eltern die
Aktivitäten des
laufenden Jahres. Die einzelnen Höhepunkte des Jahres sind mit
Sicherheit die
Karnevalsfeier, die Wochenendfahrt mit Fahrrad, Trainingslager und zum
Jahresende die KuZ-Fete. Diese und andere Aktivitäten tragen
dazu bei, dass die
Kinder und Jugendlichen neben dem Training und Wettkampfschwimmen viel
Spaß in
unserem SV Neptun haben.
Jörg
Armbruster
Die
erste Begegnung zwischen unserem Schwimmverein und den Kindern
findet meistens in einem der drei Herner Lehrschwimmbecken statt. Hier
werden
die Grundlagen für die schwimmerische Zukunft gelegt und
Talente gesichtet.
Anschließend sammeln die Kinder im Herner Hallenbad die
ersten
wettkampfsvorbereitenden Erfahrungen auf einer 25 m Bahn. Auf Grund der
sehr
persönlichen Betreuung durch erfahrene Übungsleiter
und ihre Helfer lernen die
Kinder schnell, sich in ihrem neuen Umfeld wohl zu
fühlen.
Von
nun an haben sie die Möglichkeit, ihr schwimmerisches Talent
von
Gruppe zu Gruppe zu verbessern und die Trainingszeiten zu steigern
Übungsleiter
wie Karin Bevtz, Sigrid Grob, Friedhelm Stak, Hans H. Hankel um nur
einige zu
nennen sind selbst erfahrene Schwimmer und führen seit
Jahrzehnten diese Arbeit
durch. Sie tragen erheblich zur Förderung der Nachwuchsarbeit
des SV Neptun bei
und sind eine Gewähr, dass hier gute Arbeit geleistet wird.
Mit unendlicher
Geduld und sehr viel Einfühlungsvermögen lernen die
kleinen Schwimmer die Angst
vor dem ersten Kopfsprung, der ersten Rollwende zu
überwinden.
Auch
der erste Wettkampf ist für die Kids ein sehr aufregendes
Erlebnis
und die Angst ist groß. Auch hier sind die
Übungsleiter stets an ihrer Seite
und führen die Kinder zu ihren ersten Erfolgen. Auf
Wettkämpfen, in Einzel-
oder Staffelwettbewerben können die Kleinen ihre im Training
erworbenen
Fähigkeiten unter Beweis stellen. Kraft und Befriedigung
für ihre Arbeit
erfahren unsere Übungsleiter immer dann, wenn ein Kind mit
strahlenden Augen
vor ihnen steht und für seine neue persönliche
Bestzeit gelobt wird oder sogar
stolz eine Medaille vorzeigt.
Durch
das langsame Heranführen der Kinder an den Leistungssport ist
es,
trotz aller trainingsintensiven Übungsstunden
möglich, ihnen den Spaß am
Schwimmsport zu erhalten. Neben dem eigentlichen Training sorgen viele
Aktivitäten dafür, dass die Kameradschaft innerhalb
der Gruppe gefördert wird.
Der Sprung von der Nachwuchs- in die Wettkampfmannschaft erfolgt
häufig sehr
schnell und stellt an die Kinder und ihre Betreuer hohe
Anforderungen.
Dass
unsere Übungsleiter immer auf dem neuesten Stand sind,
dafür
sorgen die vorgeschriebenen Weiterbildungskurse des Westdeutschen
Schwimmverbandes. Dort erfahren sie die neuesten Trainingsformen und
pädagogischen Erkenntnisse im Umgang mit Kindern die ihnen
helfen, auf die
Bedürfnisse des Einzelnen und die der Gruppe einzugehen.
Karin
Bevtz/Wilhelm
Erdmann
Seitenanfang
Die
Ausbildung von Nichtschwimmern, ab dem 4. Lebensjahr, ist seit
Bestehen des SV Neptun eine der Hauptaufgaben des Vereins. Im eiskalten
Wasser
des alten Neptunbades wurden schon die ersten Nichtschwimmer zu
Schwimmern
ausgebildet. Seit 1975 führt der SV Neptun seine
Nichtschwimmerausbildung nur
noch in Kursform durch und hat damit die Ausbildungsqualität
deutlich steigern
können.
In
kleinen Gruppen werden die Kinder je nach Leistungsstand
zusammengefasst und in spielerische Form an das nasse Element
herangeführt.
Viele tausend Kinder lernten während dieser Zeit in den
Lehrschwimmbecken das
Schwimmen unter der Leitung erfahrener Übungsleiter wie Hans
Hermann Hankel,
Edmund Hofer, Tim Ontrup um nur einige zu nennen.
Die
halbjährlichen Nichtschwimmerkurse des SV Neptun Herne
für Kinder
ab 4 Jahren beginnen jedes Jahr im Februar oder direkt nach den
Sommerferien in
den Herner Lehrschwimmbecken. Unter Anleitung examinierter
Übungsleiter werden
die Kinder in folgenden Lehrschwimmbecken ausgebildet:
Zeiten siehe: Lehrschwimmbecken
Anmeldungen
werden in den Lehrschwimmbecken jeweils 15 Minuten
vor
Beginn der Übungsstunde entgegengenommen.
SVN
UND SCHWIMMEN
MACHT
SPASS!!!
Seitenanfang
Die
Wettkampfmannschaft „Jetzt wird’s ernst“
„Jetzt
wird’s ernst!“ Wer von uns hat diesen Spruch nicht
schon oft in
seinem Leben zu hören bekommen. Für die Schwimmer des
SV Neptun beginnt er aber
nicht mit dem Wechsel von der Nachwuchs- in die Wettkampfmannschaft.
Von nun an
stürzt viel Neues auf die Kinder ein: ein anderer Trainer,
andere
Trainingszeiten, ein anderes Trainingsprogramm, andere Kameraden und
manchmal
herrscht auch eine andere Tonart.
Die
ersten Wochen sind für alle nicht einfach. Die alten
Bestzeiten
rücken in weite Ferne, man trainiert und wird trotzdem nicht
besser, die ersten
Zweifel tauchen auf, aber „aller Anfang ist
schwer“. Die Umstellung auf das
neue Trainingsprogramm und die neue Umgebung braucht einfach seine
Zeit. Nach
einer kurzen Eingewöhnungsphase kommt die erwünschte
Leistungssteigerung von
ganz allein. Diese Erfahrung haben schon viele Schwimmer gemacht und
hat sie
nicht nur zu großartigen Schwimmern, sondern auch zu
großen Persönlichkeiten
gemacht.
Einige
dieser Schwimmer sind noch heute aktiv und arbeiten in wichtigen
Positionen des SVN. Das Ziel des Trainings ist, dass die Schwimmer zu
einem
ganz bestimmten Zeitpunkt im Jahr ihre Höchstform erreichen.
Das Training
gliedert sich dadurch in vier Phasen.
Es
beginnt mit der Vorbereitungsphase. Dieser Abschnitt umfasst eine
große Auswahl von Übungen an Land und im Wasser wie
z.B. Gymnastik,
Krafttraining mit Hanteln und
Zugseilen, sowie die technische Verbesserung der einzelnen
Schwimmlagen, der
Starts und Wenden.
Im
zweiten Trainingsabschnitt, der Vorwettkampfperiode, stehen dann
spezielle Gymnastik- und Krafttrainingsübungen auf dem
Programm. Die Schwimmer
sollen sich auf ihre „Lagen“ spezialisieren, die
Intensität der
Trainingseinheiten wird gesteigert. „Doch dann
geht’s erst richtig los“.
In
der Wettkampfperiode soll der Schwimmer seine beste Form erlangen.
In diesem Zeitraum wird insbesondere mit Intervalltraining die
Schnelligkeit
gesteigert. Jetzt ist die Höchstform für die
wichtigen Wettkämpfe des Jahres
erreicht.
In
der letzten Phase, der sogenannten Übergangsperiode, soll der
Schwimmer sich von der Wettkampfsaison erholen und entspannen. Ein
leichtes
Muskeltraining wird allerdings auch weiterhin durchgeführt.
Vielseitige sportliche
Betätigung, wie Waldläufe, Ballspiele, Gymnastik oder
einfach mal etwas ganz
anderes unternehmen und nicht mehr nur an Schwimmen und
Wettkämpfe denken,
tragen zur Entspannung bei.
Durch
die oben beschriebene Trainingsmethode hat der SVN in den letzten
zwanzig Jahren eine Vielzahl von guten Nachwuchs- und
Wettkampfschwimmern
herausgebracht auf die wir mit Stolz zurückschauen
können. Obwohl sich für den
Neuling sicherlich viel verändert, bleibt doch das Wichtigste
„beim Alten“:
Spaß am Schwimmen und gute Kameradschaft sind auch hier
gewährleistet, denn „im
Verein ist das Schwimmen am schönsten“.
Wilhelm
Erdmann
Seitenanfang
|